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Otto - die Geschichte.
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XJ-Eddie
Inventar
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 14, 2017 5:58 pm    Titel: Otto - die Geschichte. Antworten mit Zitat

Otto. Der neue Alte.

Eigentlich wollte ich meine Motorräder gar nicht mehr im Alltag fahren. Nur noch bei strahlendem Wetter postkartenwürdige Landschaften genießen. Das stellte sich aber dann doch recht zügig als nicht durchhaltbar heraus. Es ist einfach zu verlockend, das vor der Tür stehende Zweirad und seine Vorteile in der Stadt zu nutzen. Der vorhandene XJR-Brocken ist dazu nicht so gut, also musste etwas geeigneteres her. Nach kurzer Suche und unter Zuhilfenahme eines Zufalls fand ich Otto, eine ´94er 4BRA.

Der Name geht auf den Spruch einer alten Freundin zurück, der ihr nach den ersten Bildern ungläubig entfuhr: „...und mit dem Schrotto willst du jeden Tag rumfahren?“ Dazu muss man wissen, dass es Menschen gibt, die maximal zwei Jahre alte Leasing-Autos der Premiumklasse fahren, und in deren Vorstellungswelt über 20jährige Motorräder schlicht nicht vorkommen. Zumal teils Zerlegte. Otto befindet sich noch in stationärer Behandlung beim Vorbesitzer. Seine Rekonvaleszenz schreitet aber schon heftig voran, und es wächst die Hoffnung auf völlige Gesundung.



Rechts vorne, das isser. Die fehlenden Teile müssen noch etwas aufgehübscht werden, sehen aber ganz brauchbar aus. Nächsten Samstag soll die finale Aktion stattfinden.



Einschliesslich Nummernschild hin schrauben, was ich in einem Anfall von Optimismus bereits besorgt habe. In Texas könnte der Name drauf stehen, die deutschen Zulasser sind da zu spießig. Auch das gewünschte Briefmarkenformat konnte ich nicht bekommen.



Etwas Heimarbeit war angesagt, um die Spritversorgung für künftige Abenteuer tauglich zu machen. Ich staunte nicht schlecht, als ich den ersten Blick da hinein warf. Erstaunlich filigrane Technik in einem simplen Motorrad.



In den Vergasern gab es allein durch Putzen schon jede Menge Verbesserungspotenzial. Zudem sollen einige Neuteile den inneren Abläufen besser auf die Sprünge helfen. Die Arbeit war nicht wirklich eine Generalüberholung, ging aber ein wenig über das hinaus, was üblich ist, Motorrädern die Frühjahrsmüdigkeit auszutreiben. Details kommen noch.

Damit diese Geschichte ihre Existenzberechtigung im Technikbereich des Forums erlangt und behält, werde ich sie peu à peu mit Reparaturberichten auffüllen. Ich glaube, Otto hat noch einiges zu bieten.[/b]
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Gruß von Eddie.
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acki71
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 14, 2017 9:33 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr schön der Otto, und wenn man sonst nichts zu tun hat, ist das Wiederbeleben einer XJ ja ein prima Zeitvertreib..Wink
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Joe Ka
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 14, 2017 10:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jawoll, die mit dem schönen Heck =)
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Jonathan

Meine XJ ... Meine Speed Triple
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netter Mann
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BeitragVerfasst am: Do Jun 15, 2017 6:15 am    Titel: Antworten mit Zitat

Das wird `ne feine Geschichte. Man nur weiter so, Eddie! Very Happy
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Gruß, Jens Helge
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ruffi
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BeitragVerfasst am: Do Jun 15, 2017 7:46 am    Titel: Antworten mit Zitat

Wird bestimmt wieder ne Erfolgsstory, aber sicher mit einigen Pointen......
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Gruß, Stefan
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putzen tu ich später aber die Zeit ist knapp
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Do Jun 15, 2017 5:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Gasfabrik. Die Erste.

Die Superkurzversion dieser Episode lautet, alles zerlegt, sauber gemacht, mit neuen Dichtungen wieder zusammen. Jetzt funktioniert´s wieder und langweilig war´s nicht.

Eigentlich wollte ich nur sicherheitshalber die Schwimmerventile erneuern, weil die Maschine an der Stelle unter Inkontinenz litt. Daraus wurde dann aber doch die Langversion. Wegen Dreck und wegen Kontrolle, aber vor allem, weil mich die damit einher gehende Forschung interessiert hat. Allerdings verzichtete ich diesmal darauf, die Vierlinge zu trennen, weil alle Verbindungen nach Reinigung und Ölung einen guten Eindruck machten. Auch die Gleichstellung der Drosselklappen hielt einer peniblen Nachprüfung stand. Es gab auch so genug zu erkunden.

Zuerst schraube ich immer die Membranenseite auf. Erstens, um die empfindlichen Innenteile in Sicherheit zu bringen. Zweitens findet die Vergaserbank auf der dann glatten Fläche eine sichere Lage für die späteren Arbeiten auf der Schwimmerkammerseite. Die Membrandeckel heißen in der Ersatzteilliste Gasschieberdeckel. Ich versuche mal, mich an die Bezeichnungen zu halten, die der Top-Lieferant Topham in seinen Unterlagen verwendet.



Die Gasschieberdeckel haben, weil sie in Einbaulage senkrecht sind, am tiefsten Punkt des Raumes über der Membrane einen Kondensatablauf. Dessen Übergang zum Gehäuse ist mit einem O-Ring abgedichtet. Der Winzling hat die Gewohnheit, schenkt man ihm nicht genügend Beachtung, sich in den Weiten des Werkstattbodens davon zu machen. Er hat die Größe Ø3 x 2,0 und muss nicht zwingend erneuert werden, wenn er noch da ist. Sein stressfreier Einbauort gewährt ein langes Leben. Zwei davon waren bei mir nicht mehr anwesend. Die schwarzen Deckelschrauben aus japanischem Weicheisen habe ich, meine optischen Ansprüche zurück nehmend, weiter verwendet.



Unter dem Deckel wartet eine Spiralfeder mit einem Plastik-Endstück, welches die Düsennadel in der Tiefe des Gasschiebers in Arbeitsstellung hält. Das ist bei diesem Modell die einzige Befestigung der Düsennadel. Schön einfach, Schieber umdrehen, Nadel heraus schütteln. Anderswo sind die geschraubt.



Die Löcher im Schieberboden sind eins für die Düsennadel und zwei kleine, durch die der Steuerdruck auf die Membrane gelangt. Es gibt ziemlich Abriebspuren an den Schiebern, aber ich habe noch nicht erlebt, dass deshalb ein Motor nicht lief. Wichtig nur, die Membranen haben keine Löcher oder fadenscheinige Stellen. Die Membrane ist mit dem gelben Spannring am Gasschieber befestigt und kann separat ausgewechselt werden.



Oben außerhalb die kleinen Löcher sind die erwähnten Kondensatabläufe, darunter innen gibt es eine Verbindung zum Choke-System, die bei geöffnetem Chokeventil den Gasschieber weniger anheben lässt. Die Gasschieberführung ist das rechteckige, hier noch festgeschraubt mit der Nadeldüse in der Tiefe. Durch die große Öffnung unten ist der Raum unter der Membrane belüftet, damit er atmen kann. Zwischendrin die Halterungen für die beiden Gaszüge. Das war´s vorläufig auf dieser Seite. Rumdrehn und weiter geht´s.
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Gruß von Eddie.
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Give
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BeitragVerfasst am: Do Jun 15, 2017 6:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Eddie,

Mal rein hypothetisch: wenn jemand aus Faulheit alle vier Membrane gewechselt hat ohne den Vergaser auszubauen und ihm deshalb nicht einer dieser O-Ringe an den Deckeln aufgefallen wäre. Wie wahrscheinlich wäre es dann, dass, falls ein oder mehrere der Ringe nun fehlen würden, die XJ deshalb nicht ordentlich läuft und nach drei bis fünf Minuten wieder ausgeht?
...
Übrigens hatte ich auch gehofft, dass man die Membrane einzeln tauschen kann, aber Pustekuchen, die habe ich immer nur im Set mit dem Schieber gefunden, zu um die 60 Taler pro Stück.
...
Oh Mist, nun hab ich mich doch als der hypothetische Jemand geoutet Rolling Eyes

Grüße
Matthias
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Do Jun 15, 2017 9:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Matthias.
Wenn du die Deckel aufmachst in Einbaulage, sind die O-Ringe weg. Was das für Auswirkungen hat, weiß ich nicht. Ich hab nämlich noch nicht gefunden, wo die Kanälchen hin gehen. Ist auf keiner Zeichnung. Krieg ich aber noch raus. Warum willst du denn neue Membranen? Wo sind deine undicht?
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Gruß von Eddie.
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Give
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BeitragVerfasst am: Do Jun 15, 2017 10:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Alle vier Membrane hatten Löcher. Direkt im Falz und interessanterweise alle unten. Das Gummi war inzwischen auch ziemlich hart. Gut möglich, dass das noch die ersten von '92 waren.
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netter Mann
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 4:45 am    Titel: Antworten mit Zitat

@Eddie: Das ist mal wieder großartig, danke! Very Happy

Die Gasfabrik als solche ist mir immer noch suspekt. Wird Zeit, dass mir mal eine zweite in die Finger kommt, damit ich die auch mal aufmachen kann. Bei meinem Teileträger war die ja leider nicht mehr dabei.
An die im Mopped geh ich erst ran, wenn`s wirklich nötig ist. Und dann wär`s toll zu wissen, was einen erwartet. Das ist dann weniger nervenzehrend.Wink
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Gruß, Jens Helge
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 9:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

@ Matthias.
Dass die alt sind, spielt keine Rolle. Deine sieht mir stark nach einem Hitzeschaden aus. Dafür spricht auch, dass es hart geworden ist. Das passiert bei dem NBR, aus dem die Dinger sind, normalerweise nur weit über 100°C und das über lange Zeit. Hast du die Hitzeschutzmatte nicht montiert?

Membranen einzeln sind offenbar nicht zu kriegen. Na macht nichts. So verkratzt wie meine Schieber aussehen, werde ich wenn überhaupt irgendwann mal, die kompletten nehmen.

@ Jens Helge.
Das denk´ ich mir, dass da mehrere gern was täten. Am Schluss bringe ich noch eine Kurzgeschichte, ohne Brimborium, nur tu dies, tu das, pass auf das auf, usw.
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Gruß von Eddie.
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Give
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 9:33 am    Titel: Antworten mit Zitat

@Eddie: Ich freu mich immer mehr, mich hier angemeldet zu haben. Very Happy
Alleine wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee mit der Hitze gekommen, aber dafür spricht ja auch, dass die Löcher alle unten, also da von wo die Wärme herkommt, sind.
Hitzeschutzmatte ist drauf, aber wie ich grade hier http://www.xj-forum.de/bb/viewtopic.php?t=16765 gelesen habe:
Jester_Toby hat Folgendes geschrieben:
Der Hitzeschutz wird ... vorne ... um den Vergaser herum geklappt...

Das war bei mir bisher nicht der Fall Embarassed
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McFadden
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 10:44 am    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:
...Am Schluss bringe ich noch eine Kurzgeschichte, ohne Brimborium, nur tu dies, tu das, pass auf das auf, usw...

Ich bitte darum! Very Happy
Denn, was bei der kleinen gut ist, kann bei der großen ja auch nicht schlecht sein! Wink
Außerdem lese ich solche Beschreibungen immer gerne und ausführlich durch!

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Gruß

Chris

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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 12:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Give hat Folgendes geschrieben:
Jester_Toby hat Folgendes geschrieben:
Der Hitzeschutz wird ... vorne ... um den Vergaser herum geklappt...

Das war bei mir bisher nicht der Fall...
Das hab ich schon mehrmals gesehen, dass die Gummimatte zwar mit den vier Löchern oben drauf montiert ist, aber dann vorne auf dem Kopfdeckel aufliegt. Die Vorderkante gehört aber unten zwischen Kopf und Vergaser gesteckt, sonst ist das eine böse Falle für die Motorwärme. Fall das Teil nicht mehr vorhanden ist, kann man sich eins selber machen. Hitzeschutzmatten haben wir früher beim Autotuning aus Fensterleder und Alufolie gemacht.
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Gruß von Eddie.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 3:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Endmontage ohne End.

Eigentlich war für den Samstag Ottos Inbetriebnahme geplant. Es hindert uns ja nichts daran, ehrgeizige Ziele zu setzen. Dass die dann oft nur im Pilgerschritt erreicht werden, sollte man ohne Medkamente verschmerzen können. Es geht schliesslich um positiven Stress als Ausgleich zum Alltag. Jedenfalls stand das Motorrad am Ende des Tages vollständig zusammen gebaut da, es fühlt sich nur noch etwas verkatert nach der Aktion. In den nächsten Tagen sind noch ein paar Kleinigkeiten zu tun.

Jedesmal wenn ich mit "Eigentlich" anfange, habe ich ein Ziel nicht erreicht, und eigentlich ist das meistens der Fall. Wenn nicht, hatte ich das Ziel zu kurz gesteckt. Im Moment ist das Ziel, den Samstag zu beschreiben, während im Hintergrund der Livestream aus Le Mans läuft.

Am Anfang war die Idee, die Verbindung Ansaugstutzen – Motor zu prüfen, ihr neue Dichtungen zu spendieren, und so für ein langes Leben dieser Stelle zu sorgen. Wie bei alten Maschinen üblich, ging das nicht leicht. Eine verrostete Schraube riss ab, musste ausgebohrt werden, ein neues Gewinde und eine neue Schraube brachte uns dennoch einen Schritt weiter.



Schraube ab, glatt gefeilt, Ölleitung für freies Arbeitsfeld abmontiert.



Schraubenrest ausgebohrt, leider ein Millimeter neben dem Soll, schwierige Platzverhältnisse, neues Gewinde geschnitten.



Provisorium mit zu langer Schraube mangels anderer Möglichkeiten in der fremden Werkstatt. Macht nichts, ist ja später leicht austauschbar. Ölleitung wieder montiert.



Vergessenen Gaszughalter nachgerüstet. Schwer zugängliche Schrauben.



Gasschließerzug montiert. Kommst halt später nicht mehr dran. Die zwei Schläuche stecken auf den Stutzen der Schwimmerkammerlüftung. Die Stutzen zeigten ursprünglich nach oben, was mir nicht logisch erschien. Hab sie anders gedreht und längere Schläuche dran gesteckt, die jetzt bis ganz runter reichen. Vielleicht unnötig, aber so ist es auch bei anderen Motorrädern.



Wer jemals versucht hat, Vergaser in alte verhärtete Gummistutzen zu befördern, wird dieses Bild verstehen. Es gelang mit der Hilfskonstruktion und mit der Kraft der Hydraulik.



Hier die noch etwas ungekämmte Schlauchfrisur. Öl zum Vergaser 4, vom Einser zum Kopf, Benzin zur Pumpe, Unterdruck zur Pumpe, zweimal Luft nach unten, abschneiden was übersteht, Airbox drauf, Luft von Motor an Airbox, Tank drauf, nochmal zweimal Luft nach unten, Unterdruck an Hahn, Benzinpumpe an Hahn, war ziemlich Arbeit. Öl rein, Batterie rein, Hahn auf PRI, Choke auf voll, Start und lief. Entspannte Gesichter.

Die Probefahrt ohne Einstellarbeiten ergab immerhin kein Klappern, ein funktionierendes Fahrwerk und dichte Leitungen. Zur geplanten Inbetriebnahme fehlt noch etwas. Der Motor fühlt sich noch etwas dreizylindrig an, aber das wird sich noch bessern, an einem anderen Tag. An diesem war nix mehr dran zehn Uhr abends. Zuhause kam ein Anruf "...sind im Biergarten, kommste rüber? Hastese fertig?"

In Le Mans hat Toyota sein Ziel auch nicht erreicht. Ein neunter Platz und zwei Ausfälle.
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Gruß von Eddie.
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Ingo Kirstges
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BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 4:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:
Endmontage ohne End.




Wer jemals versucht hat, Vergaser in alte verhärtete Gummistutzen zu befördern, wird dieses Bild verstehen. Es gelang mit der Hilfskonstruktion und mit der Kraft der Hydraulik.


Man muss sich nur zu helfen wissen.

Es hätte aber gereicht nur eine Decken-Platte ab zu nehmen um diese nicht zu beschädigen. Laughing
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Gruß Ingo


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PKR
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BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 6:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Immer wieder entspannend zu lesen, was du schreibst, Eddie!
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Grüße, Fritz,
der mit dem Pferd ohne Namen
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ruffi
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BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 7:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Tja Ingo,
Von solchen Kleinigkeiten wie dem Zustand einer Decke lässt sich der Eddie nicht bremsen. Man beachte auch das Brecheisen rechts im Vordergrund
Very Happy
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Gruß, Stefan
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 10:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat Ingo: „Es hätte aber gereicht nur eine Decken-Platte ab zu nehmen ...“

Ich war das nicht, Ingo. Ehrlich.

Zitat Ruffi: „...Man beachte auch das Brecheisen rechts im Vordergrund“

Ach, das war doch nur zur Abschreckung, gegen divenhaftes Benehmen. Hat ja auch geholfen.

Zitat Matthias (Give): „...Wie wahrscheinlich wäre es dann, dass, falls ein oder mehrere der Ringe nun fehlen würden, die XJ deshalb nicht ordentlich läuft und nach drei bis fünf Minuten wieder ausgeht?...“

Ich habe mir die Stelle mal genauer angesehen und den Weg verfolgt. Das sieht so aus.



Das dort montierte Röhrchen enthält eine Düse in der ungefähren Größe 0,25 mm, und es mündet zusammen mit dem Chokeventil-Auslass im Saugrohr. Mit den Löchern im Schieberboden ein Kreisverkehr, bei Druckdifferenz fließt was. Ein fehlender O-Ring am Kondensatablauf würde eine Verbindung zur Außenwelt schaffen. Der Motor würde Falschluft ziehen. Und die Undichtheit bewirkte eine Verminderung des Steuerdrucks, der die Membrane beaufschlagt und den Gasschieber anhebt. Kurz, er hebt sich nicht so sehr. Was für Auswirkungen das genau hat, kann ich dir trotzdem nicht sagen. Jedenfalls weniger Leistung.
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Gruß von Eddie.
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 19, 2017 7:04 am    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:

Das dort montierte Röhrchen enthält eine Düse in der ungefähren Größe 0,25 mm, und es mündet zusammen mit dem Chokeventil-Auslass im Saugrohr. Mit den Löchern im Schieberboden ein Kreisverkehr, bei Druckdifferenz fließt was. Ein fehlender O-Ring am Kondensatablauf würde eine Verbindung zur Außenwelt schaffen. Der Motor würde Falschluft ziehen. Und die Undichtheit bewirkte eine Verminderung des Steuerdrucks, der die Membrane beaufschlagt und den Gasschieber anhebt. Kurz, er hebt sich nicht so sehr. Was für Auswirkungen das genau hat, kann ich dir trotzdem nicht sagen. Jedenfalls weniger Leistung.


Hi Eddie,
Danke für die Mühe und die technischen Erläuterungen! Ich sollte schleunigst mal lernen, wie so ein Vergaser genau funktioniert, was welche Düse/Schraube/Dichtung für Aufgaben hat, damit ich nicht immer davorsteh', draufgucke und denke "Jo! Und nu?"
Hab gestern die Vergaser abgenommen und nachgesehen, Die O-Ringe waren noch da, sind aber so platt gequetscht, dass Sie den Querschnitt der Düsen nicht unerheblich verkleinern. Ich werde sie wohl tauschen.

Bei deinem Bild über den Wiedereinbau hab ich dann etwa so geguckt: Shocked und vor Schreck gleich einen Satz neuer Stutzen bestellt. Die alten haben aber auch schon diverse kleine Risse.

Eigentlich schade, dass Otto nu bald fertig ist. Die Frau macht schon dauernd Witze: "Na, geht deine neue Lieblingsserie weiter?"

Grüße
Matthias
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