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Mr.X - Die Geschichte.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 19, 2014 9:43 am    Titel: Mr.X - Die Geschichte. Antworten mit Zitat

Alle stellen Umbauten vor. Ich mag auch mal.

Eigentlich hatte ich meine Motorrad-Episode schon lange zugunsten meiner Familie abgeschlossen. Aber da, vor etlichen Jahren, bekam ich von einer Freundin eins geschenkt. Es ging wieder los.



Eine XV 750 SE, Jahrzehnte alt, aber noch gut in Schuß, spielte eine zeitlang ihre Rolle als unser Freizeitgerät. Dann kam mein Umzug in den Stadtkern und damit die Autoabschaffung. Für den anstehenden Alltagsbetrieb war die "SE" etwas unpraktisch, ich suchte was besseres und fand es in Gestalt einer betagten, vernachlässigten und demzufolge spottbilligen XJ 550. Ach was, vernachlässigt - total runtergekommen war das Teil, gerade richtig für meine schmale Kasse.



Zu der Zeit hatte ich mir bereits meine Bastelbude eingerichtet und mit Suzuki-Katana- und Gilera-Teilen zum Restaurieren gefüllt. Die mussten allerdings zunächst mal warten, denn an der XJ gab es einen heftigen Wartungsstau abzuarbeiten. Heute, nach der Kur und einigen Jahren bei mir, ist sie kerngesund, sieht aber immer noch scheisse aus. Das lasse ich absichtlich so, als Diebstahlsicherung beim parken in der Stadt.

Der Vorbesitzer hatte das arme Ding jedes Frühjahr vom Dorfschmied notdürftig wieder in Gang bringen lassen, aber nie für dauerhafte Zuverlässigkeit gesorgt. Wenn ich an den Zustand im Detail zurückdenke, stehen mir heute noch alle Resthaare hoch. Dass die Icksjotten eine grundsolide Basis haben, wusste ich aus etlichen Quellen, und so machte ich mich an die Arbeit. Im ersten Jahr versenkte ich tausend Euro in Form von Teilen in die Maschine und kümmerte mich um jedes, auch die kleinsten ihrer Wehwehchen. Alle Kupferwürmer sind inzwischen aus der Kabelage vertrieben, die Vergasereinstellung ist da wo sie hingehört, die wichtigsten Lagerstellen sind mit neuer Ware und Schmiermitteln versorgt, alle Bedienungselemente funktionieren knackig und leicht. Kurz, zu meiner großen Freude wurde das Ding allmählich zu meinem beliebtesten Gebrauchsgegenstand, fährt täglich in der Stadt herum und war auch schon auf etlichen längeren Reisen.

Der Name mag verwundern, tragen doch fast alle Motorräder weibliche. Er kommt daher, dass ich anfangs alle Belege, Infos, Bilder, Schachteln mit Teilen, eben alles, was aufbewahrenswert oder dokumentationswürdig ist, mit einem X gekennzeichnet habe, um es in meinem Chaos wiederzufinden. Daraus entstand Mr.X, die Idee eines Besuchers in der Bastelbude.

Selbstverständlich teile ich auch den Hang vieler Motorradfahrer, ihren Untersatz den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Im Gegensatz zu manchen mache ich das Umbauen aber nicht als Verschönerung. Es kommt mir nur Nahrhaftes dran, Süßigkeiten überlasse ich neidlos den Besitzern von Sonntagsmopeds. Die ersten Brauchbarkeiten waren der Spritzschutz am Hinterrad gegen Sauwetter und ein Gepäckträger mit einem Topkäse drauf, weil man doch einen Kofferraum oft brauchen kann. Nächste Amtshandlung war das Winterfest-machen, damals während der unsäglichen Winterreifen-Vorschrift. Die stellte sich für mich aber dann als Segen heraus, kam ich doch dadurch auf die Heidenau-K60-Grobstoller, mit phänomenalem Nassgrip und einer Lebensdauer jenseits 15000 km inzwischen meine ganzjährige Besohlung.



Weiteres zur Hebung der Arbeitsmoral beim Ritt durch widriges Wetter waren die Heizgriffe mit selbstgemachtem Windschutz sowie ein Spritzlappen am Vorderrad.



Gegen Unsichtbarkeit bei Nacht und unaufmerksame Dosenfahrer sollen Zusatzlicht und Reflektorstreifen helfen.



Letzte Modellpflegemaßnahmen waren ein handbetätigter Kettenöler und ein Spritzschutz für die Kette. Ja, das ist ein Schlechtwettermoped. Gutes Wetter kann ja jedes. Gebt es ruhig zu, so verrückte Umbauten habt ihr noch nicht gesehen.
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Gruß von Eddie.
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Gast.
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 19, 2014 10:01 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ist doch gut geworden und zweckmäßig Wink
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kulzer.daniel
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 19, 2014 10:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

gefällt mir - meine devise! (Sieht scheisse aus - fährt aber gut).

mfsg daniel
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wormser
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 19, 2014 7:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Als ich letzten Samstag hinter dir her fuhr,dachte ich noch,was issen das fürn Ding da hinten am Kettenrad ??

Naja,ich bin lieber für Kettenspray Rolling Eyes
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Gruß Uwe
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 21, 2014 12:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kettenfett hatte ich auch bis vor einem Jahr. Dann hat es mich bei Dauermistwetter genervt und ich hab ein wenig ´rum experimentiert, bis es die Eigenbau-Billiglösung wurde. Die Geschichte steht hier: http://xjfahrer.bboard.de/board/ftopic-62987920nx52848-9270.html
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Gruß von Eddie.
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BeitragVerfasst am: Mi Apr 23, 2014 9:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Finde ich gut! Wie oft musst Du pumpen?

Gruss
Stefan
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 12:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Bei trockenem Wetter drück ich morgens einmal drauf, für die täglichen 30 bis hundert km. Am Stück gefahren reicht es auch für 300.
Bei Nässe wird´s heftig. Nach 10 km Nieselregen oder nur nasser Straße ist die Kette blank. Da drücke ich alle 5 km.
Da kommen jedesmal 0,2 ml.
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kulzer.daniel
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 12:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

mit nem reibrad und nem exzenter am hinterrad kanst du dir das drücken sparen Very Happy
mfsg daniel
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georg_horn
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 2:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nach dem Prinzip funktioniert auch der loobman chain oiler, allerdings hat der anstatt eines überteuerten Seifenspenders einfach eine Plastikflasche die man vor Fahrtantritt kurz zusammendrückt und damit etwas Öl in die Leitung befördert. ;-)

Grundsätzliches zur Kettenschmierung: Bei O-Ring-Ketten kann man nur die Rollen auf den Kettengliedern schmieren und - ganz wichtig - die O-Ringe selbst. Das geht imho am besten mit Öl, weil das besser zwischen die Laschen zu den O-Ringen und auch unter die Rollen läuft. Zähes Fett und Trockenschmierstoffe kleben nur aussen drauf. Ich nehme Sägekettenöl, das ist klebriger als Motoröl und schleudert nicht so schnell ab. Wenn es trocken ist, hält das bis zu 1.000km bis die Rollen metallisch blank werden. Dann schmiere ich wieder nach. Ich bocke da Mopped auf lasse im 1. Gang das Hinterrad laufen und träufle mit dem Ölkännchen das Öl drauf, versuche dabei auch möglichst zwischen die Laschen Öl zu bekommen.

Sind die O-Ringe trocken werden sie mit der Zeit zwischen den Laschen zerrieben, und dann kann das Fett aus den Gelenken entweichen und Wasser hineinkommen -> baldiger Exitus. Ich habe die Tage erst die Kette bei der neu erworbenen RD500 erneuert, vorne unter der Abdeckung klebten ein paar Dutzend O-Ringe im Fettschmodder fest...

Gruss,
Georg
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Öl? 15W40 mineralisch! Bremsflüssigkeit? DOT4! Reifen? BT45! Gabelfedern? Wirth! Federbeine? Koni/Ikon! Gas? rechts! Kombi? Leder! Stiefel? Daytona! Handschuhe? Held! Helm? HJC ohne Klapp!
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kulzer.daniel
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 3:33 pm    Titel: Antworten mit Zitat

wie ist das eigentlich gesetzlich/rechtlich?
ölverschmutzung, trinkwassergefährdung, usw.
darf man öl durch die gegend spritzen?
(sägekettenöl ist ja halbwegs biologisch (abbaubar)

mfsg daniel
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Gerhard aus HH
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 3:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Du bringst mich mit deinem Beitrag auf eine phänomenale Idee, Georg!

Seifnspander.. das war das Stichwort!

Wir haben im Bad :
http://www.tintencenter.com/catalog/product_info.php/products_id/10759/pts/-1/?pk_campaign=preisvergleich&pk_kwd=googleShopping&gclid=CLvHk97o-70CFWQDcwodxJcAsg

Funktioniert mit Sensor.. einmal die Hand gegenhalten dann wird ne kleine Menge Seife in die Hand gepumpt.
Ich habe soch ein Ding mal aufgeschraubt und untersucht.
Bis auf ein O-Ring, von dem ich nicht weiß ob er Ölfest ist, besteht alles aus Polyamid also ölresistent.Den Oring sollte man tauschen können.
"Tank hat ca. 200ml Volumen
Der Sensor funzt mit ca. 5V (wegen Akkus im Spender).
Es spricht also nichts dagen das Signal des Reedrelais im Tacho auf eine Zähldekade zu geben und alle paar km (einstellbar zwischen einmal bei jede´m Impuls des Tachomagneten und jedem 254288. Impuls des Reedrelais einaml ein pümpchen Öl auf die Kette pieselt!
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georg_horn
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 4:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiss nicht ob Gurke und Wassermelone so gut für die Kettenschmierung sind... ;-) Aber was es nicht alles gibt, was Akkus braucht und kaputt gehen kann. Und ich Narr fülle seit Jahren meine olle Palmolive Pumpflasche neu auf, dabei könnte es viel moderner und elektrisch gehen... ;-)

Ansonsten hast du gerade den Mc Coi neu erfunden, der macht das ja genau so, alle x km ein paar ml Öl pumpen.

Aber vielleicht wäre das tatsächlich eine Massnahme, son Seifenspender ans Mopped geschraubt und fertig. Muss man vorm Losfahren nur einmal die Hand dranhalten.

Gruss,
Georg
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2014 5:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.
Was ich oben über die Pump-Frequenz schrieb, stimmt nicht mehr so ganz. Hab jetzt endlich mal die Fotos ausgewertet, die ich auf einer Regentestfahrt gemacht hatte, nachdem ich den Kettenschutz montiert hatte. Ich glaube, ich kann den Ölverbrauch bei Nässe deutlich zurückfahren. Da brauch ich in Zukunft weniger als die Hälfte.

Es war ja mal wieder typisch gelaufen, wie wenn du nen Schirm mitnimmst und dann regnet´s nicht. So war´s auch mit meinem Kettenschutzblech. Als das dran war, standen keine Sauwetterfahrten mehr an. Ist aber auch okay so.

Danke für eure Vorschläge zur Elektrifizierung des Kettenölers. Die hab ich aber jetzt wirklich massenweise bekommen. Ist ja nett, aber ich will den Handbetrieb beibehalten. Das ist doch gerade der Clou an dem Ding. Es besteht nur aus zwölf Teilen. Und ich weiß besser als ein irgendwie automatisches System, wann Ölen angesagt ist. Bilde ich mir jedenfalls ein.

Zu dem Verlust-Öl: Klar, dass auf meinem Parkplatz vorm Nachbarhaus auch ein bisschen zu sehen ist. Das stammt noch aus der Anfangszeit, als ich viel zu viel gepumpt hatte. Meine Nachbarin war beruhigt, als ich ihr erklärt habe, dass es sich um reines Rapsöl handelt.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Do Mai 01, 2014 7:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Betriebskosten.

Wenn sonst nichts dringend zu tun ist, hocke ich mich an den Schreibtisch und verarbeite den Papierberg, der sich da immer wieder aufgetürmt hat. Notizen, Skizzen, Belege wollen sortiert und weggeschmissen oder eingeordnet werden. Nachdem bei meinem Altbike Mr.X nach anderthalb Jahren ein wenig Ruhe eingekehrt war, der Alltagsbetrieb endlich störungsfrei in geregelten Bahnen lief, war ein solcher Moment. Damals kam diese Liste dabei heraus.



Die ist vielleicht mal ganz interessant für Leute, die überlegen, wie alt denn das Motorrad sein darf, was sie sich anschaffen möchten. Oder wie heruntergekommen und entsprechend billig es sein darf, oder ob nicht doch das topgepflegte Sammlerstück die bessere Wahl ist. Bei mir war die Sache damals 2010 klar. Mit eigener Reparaturmöglichkeit gab es kein Zögern, als sich die Gelegenheit bot, dieses offensichtlich ungepflegte Exemplar zu bekommen. Es dauerte dann allerdings einen arbeitsreichen Monat, bis der Fahrbetrieb wirklich losgehen konnte. Wenn ich das mit einigen hier im Forum vergleiche, war das relativ schnell und nicht wirklich schwierig. Von kranken inneren Organen blieb ich verschont, es ging nur um die Zuverlässigkeit der Peripherie.



Wer ein so altes Eisen fährt wie ich, fährt nicht unbedingt schlechter als mit einem Neuen, aber billiger, denken viele. Über die Liste meiner Kosten, die ich damals zusammengeschrieben habe, war ich selber überrascht. Von ihrer Länge und von der Höhe der Endsumme. Eins steht fest: Das alles in der Werkstatt machen zu lassen hätte ein Mehrfaches gekostet, das hätte ich nicht bezahlen können. Und das Selbermachen hat ja auch Spaß gemacht. Das meditative Schrauben kann einen Psychiater ersetzen oder erübrigen. So gesehen war es kein Fehler, sondern Gesundheitsvorsorge, mir einen solchen Schrotthaufen anzuschaffen.

Wer aber weniger von Schrauberitis befallen ist, sei gewarnt, solch einen Wahnsinn zu starten. Es erfordert einige ungewöhnliche Voraussetzungen. Als erstes braucht man ein Reservefahrzeug, um unabhängig von Katastrophen mobil zu bleiben. Weiter einen Raum wie meine Bastelbude, in dem man ungestört ein Chaos anrichten und auch hinterlassen darf, mehrere Freunde aus geeigneten Branchen, die notfalls bereit zum Helfen sind, sowie einen soliden Getränkevorrat, falls selbige zu Besuch kommen. Eine intakte Familie oder anspruchsvolle Freundin ist eher hinderlich und etwa vorhandene Kinder sollten schon aus dem Haus sein. Erfolglose Fehlersuchen und misslungene Reparaturversuche sollte man ohne blutdrucksenkende Medikamente überstehen können. Das nächste Polizeirevier sollte in sicherer Entfernung sein, das erlaubt ungestörte Proberunden durch das nächtliche Gewerbegebiet.

Hatte ich erwähnt, dass zeitgemäße Kommunikationsmittel hilfreich sind sowie die Mitgliedschaft in mindestens einem einschlägigen Forum? Möglichst in mehreren, da den Auskünften dort naturgemäß mit Skepsis zu begegnen ist und mehrfache Absicherung sinnvoll ist. Dazu noch gerüstet mit einer brauchbaren Werkstatteinrichtung und einem Grundstock an Kleinkram kann´s dann losgehen mit dem ersten Schrotthaufen. Gelegentlich schreib ich mal, was meiner so alles an Tricks drauf hatte, um mich zu nerven.
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sanionkel
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 02, 2014 5:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

mojens,

ja solch eine liste kommt mir bekannt vor.

bei meiner alten z400j hatte ich zwar 0€ anschaffungskosten, aber im laufe der restauration auf originalzustand mit umbau auf einen ölkühler standen da nach 12 jahren auch 3500€. das geld bekommt man nicht mehr, aber spass hats gemacht.
und gut sah sie allemal aus

gruß
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 10, 2014 12:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte mit den Vergasern.

Mr.Xens erste längere Fahrt vor die Tore der Stadt sollte uns am 1. Mai 2010 zu einem Clubtreffen führen. Nachdem das Ding zwei Wochen auf der Hebebühne verbracht hatte, rechnete ich nicht damit, dass etwas dagegen stehen könnte. Gut, die Reifen waren nicht rechtzeitig gekommen, aber die alten gingen ja noch. Aber ich hatte die Rechnung ohne die Vergaser gemacht, Bauteile, mit denen ich bisher bei meinen Altbikes kaum Probleme gehabt hatte. Wahrscheinlich weil sie dauernd gefahren wurden. Kurz mal oben und unten rein geschaut und alles für ordentlich befunden. Das stellte sich als Trugschluss heraus, als es um den Start in der Kühle des Morgens ging. Als der Motor dann endlich lief, tat er das nicht wie einer, mit dem man sich hunderte von Kilometern von zuhause weg traut. Das roch nach Arbeit, und die Reise blies ich erstmal ab.



Etwas später war die Vergaserbank ohne ihr Kleinzeug und mit ausgehängten Federn im Spüli-Soda-Vollbad. "WAAAS? IN MEINER SPÜLE?!!!" Tja, es ist manchmal nicht einfach mit mir. Meine Werkstatt ist halt ein Stück weit weg. Die Innenteile zur Sonderbehandlung auf dem Küchentisch ausgebreitet, Düsen in Ameisensäure eingelegt, Gehäusebohrungen mit Pumpflasche durchgepustet, neue Schwimmernadeln bestellt. "Kannste mal kurz Platz machen? Wir wollen essen." Aber klar doch.



Auch neue Membranen zum ankleben hatte ich bestellt. Hätte doch vorher besser hingucken sollen, dann wären mir die dünnen Stellen aufgefallen.



Der ganze Düsenkram war vom baden, spülen, durchblasen und abbürsten wieder schön geworden, und Schwimmerkammerdichtungen mochte ich keine kaufen, lieber selber neue aus Dichtungspapier schnitzen.



Immer noch am Küchentisch: Zusammenbauen, Vorsynchronisieren, Niveaus einstellen.
Dann wieder einbauen.



Aus der Küche verjagt, nun in der Werkstatt: Einstellen und Probefahrt über den Hof mit hoch montierter Flasche, verwunderte Blicke von den Nachbarn, dann lief wieder alles lange Zeit so wie es sollte.

Zwei Jahre und dreißigtausend Kilometer später.

An einem Sonntag hatte ich den Lustanfall, Mr.X nach langer Zeit mal wieder die Sporen zu geben, im nahen Odenwald einige Höhenzüge in gestrecktem Galopp zu nehmen. Daraus wurde aber nichts, weil sich der Motor bereits auf der kurzen Anreise bei höheren Drehzahlen ungeniessbar benahm. Der alte Gaul verweigerte praktisch schon weit vor der ersten Hürde. Je höher die Drehzahl, desto mehr Zylinder fingen an, mit Zündaussetzern zu nerven. Da half auch beruhigendes auf-den-Tank-tätscheln nicht. Bei Dauervollgas furzte und knallte es wie beim Feuerwerk, und die Fuhre kam nur noch auf hundert. Nach einer Kerzendiagnose (schwarz und nass) gab ich es auf. Um einigermaßen unauffällig im Verkehr mitzuschwimmen reicht gottseidank Viertelgas, und damit ging es im Zuckeltrab heimwärts. In den letzten Wochen war ich nur mit wenig Drehzahl unterwegs gewesen, bedingt durch häufigen Stadtverkehr. Da war mir nicht aufgefallen, wie schlecht der Motor „obenrum“ läuft.



Zuhause in der Bastelbude schaute ich in den Vergasern nach, wo denn die Motorleistung geblieben ist. Bei Nummer eins und zwei der Membranen hatte sich die Klebung auf dem Blechkragen über weite Strecken gelöst. Da hing der Kolben nur noch an einer Stelle, und die hatte aufgegeben und einen Riss bekommen. Wahrscheinlich waren die Kolben nur noch bis zu einer mittleren Stellung gelangt, was bei voll geöffneter Drosselklappe zu massiver Überfettung führte. Das war dann nicht mehr dauernd, sondern nur noch gelegentlich zündfähig und das teils erst im Auspuff.



Im Dreier und Vierer Vergaser sah es nicht viel besser aus. Das Membranen kleben schien doch nicht so einfach und vor allem nicht so haltbar zu sein, wie uns die Verkäufer weismachen wollen. Vorschriftsmäßig geklebt hatte ich die Teile. Sorgfältig beide Seiten entfettet, mittlerer Anpressdruck, genug Klebstoff genommen. Man sieht ja noch den seitlich ausgetretenen Kleber. Was war da passiert?

Tags darauf sprach ich mit Gereon von motorradbay, von dem die Teile stammten. Er sagte, der damalige Kleber habe ein Problem mit allzu glatten Oberflächen. Was für ein Wunder, das haben sie alle. Es gäbe inzwischen einen anderen Kleber und ich solle beide Klebeflächen mit 80er Schmirgelleinen aufrauhen. Übermorgen sollte ich neue Membranen bekommen.

Zwei Tage danach.

Es kamen kostenlos vier neue Membranen mit neuem Kleber. Das finde ich in Ordnung, schliesslich ist 2 Jahre Garantie drauf. Es hätte aber auch ganz anders laufen können, denn immerhin hatte ich wahrscheinlich selber die Klebung versaubeutelt. Aber so ist er, der Gereon, immer kulant und hilfsbereit. Und wenn ich bei ihm was abhole, gibt´s immer Kaffee und Sonderpreise.



Bis zur Ankunft der Lieferung bereitete ich die Klebeflächen vor und probierte, noch mit den alten Teilen, an der Konstruktion einer Klebepresse herum, die die geklebten Membranen über Nacht unter Druck hält. Das hätte ich mir sparen können, denn der neue Kleber war ein Förch Sekundenkleber, der ein ganz anderes Vorgehen erfordert. Dass der die Kleberei jedoch problemloser macht - weit gefehlt.



Bei den Mikuni BS 28 meiner XJ 550 ist der lose Flansch auf den Kolbenschieber gebördelt, und der innere Rand der Membrane muss unter den Blechkragen gebracht werden. Der Sekundenkleber wird aber so schnell hart, dass nach dem Auftragen keine Zeit bleibt für diese Fummelei. Gut dass ich den Zeitbedarf vorher getestet hatte, sonst hätte es mich die erste Membrane gekostet.



Plan B war, den Kleber hinterher auf die bereits vormontierten Teile aufzutragen. Das funktionierte dann auch. Die Schwierigkeit bestand nur darin, ausschließlich die Membrane und den losen Flansch zusammen zu pressen. Einige große Unterlagscheiben und ein Rohr halfen dabei. Und Markierungen für die richtige Position der Kolbenbohrungen.

Kleines Missgeschick bei der ersten Klebung: Zu viel Kleber aufgetragen und mit dem Abwischen zu lange gewartet. In der einen Minute, die er gepresst werden muss, ist der Kleber an ein paar Stellen gelangt, wo er nicht hin sollte, hat die Oberfläche angelöst und seltsame Beulen hinterlassen. Aber dass die den Betrieb nicht behindern, haben inzwischen etliche weitere Kilometer nach dieser Geschichte bewiesen,.
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Gruß von Eddie.
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Michael Röder
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BeitragVerfasst am: So Mai 11, 2014 10:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt aber mal ne ganz banale Frage: ganz am Anfang schreibst Du, dass Du K60 von Heidenau fährst, weil die ne M+S Zulassung haben. In welcher Größe hast Du die Schlappen drauf und gibts dafür ne Freigabe?

Gruß

Michael
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 12, 2014 1:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Vorne ist ein 100/90-19 58H TL, hinten ein 120/80-18 62T TT drauf. Dazu brauchte ich beim TÜV die Bescheinigung von Heidenau, dass die auf die jeweiligen Felgengrößen dürfen. Der Tüffer hat geschaut, ob ringsrum genug Platz ist, und so stehen sie jetzt im Papier, mit dem Zusatz "nur Heidenau K60 M+S"

Ich weiß nicht, ob man das nun Freigabe nennt. Den Begriff Freigabe habe ich nie ganz verstanden. Da müsste ja der Mopedhersteller oder der Reifenhersteller schreiben, okay, du darfst die Schluffen (Typ, Größe) genau auf dem Moped (Typ, Baujahr) fahren, wir hams getestet. Sowas hab ich nie gesehen, aber auch noch nie gebraucht. Vielleicht erklärt´s mal einer, der es weiß. Wäre schön.
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Gruß von Eddie.
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 17, 2014 12:20 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte mit der Kette.

Tja, meine Fünffuffziger. Dass irgend etwas richtig gut in Ordnung war an diesem Sonderangebot, ich meine jetzt außer dem Preis, damit hatte ich damals garnicht gerechnet, und so wurde ich auch nicht enttäuscht. Auf dem Weg, mein Täglich-rumfahr-Moped zu werden, mussten einfach alle Bereiche auf den Prüfstand. Nachdem mit dem Vergaser-Vollwaschgang einer der häufigsten Ausfallgründe an Altbikes beseitigt war, fiel mein sorgenvoller Blick auf die Kette. Das wird eine lange Geschichte, weil ich viel ausprobiert habe.

Der Sekundärantrieb war zwar nicht die einzige Stelle, die es an dem alten Gaul gesund zu pflegen galt, aber irgendwo musste ich ja anfangen. Das Kettenrad fletschte seine Haifischzähne, die Kette war hart und trocken. Es widerstrebte mir, einfach die Fettsprühdose auf die solide Dreckschicht zu halten, die das Teil umgab. Also wurde erst mal der ganze Bereich zerlegt, wobei weiteres Elend zutage trat. Selbst das Schaltgestänge, was dabei weichen musste, war ein Pflegefall. Aber das gibt noch mal ein Extra-Thema.



Einige der Kettenglieder zeigten mit ihrer Schiefstellung an, dass die Gelenke, bar jedes Schmiermittels, ihren Betrieb längst eingestellt hatten.



Der Dreck im Kettenschutz hatte eine Konsistenz und Schichtdicke, in der ein Schraubendreher mühelos stecken blieb. Das Plastikteil bekam eine Reinigung, eine neue handgeschnitzte Aluverstärkung und wurde wieder verwendet. Das Ritzelhalteblech, interessanterweise mit mehr Spuren vom Anschrauben als von seiner eigentlichen Funktion, wurde ausgetauscht, alles andere schön aufbereitet.



Inzwischen traf der neue Kettensatz ein. Weil mich bei meinem vielen Stadtverkehr die Kürze des ersten Ganges genervt hatte, nahm ich statt der 16/45er Übersetzung ein 17er Ritzel und ein von Enuma sehr schön angefertigtes Alu-Kettenblatt mit 43 Zähnen. Das war noch nicht mal besonders teuer. Vielleicht war auch nur die Möglichkeit, die Übersetzung zu ändern, für mich vom Kardan kommenden zu verlockend, und musste einfach mal probiert werden. Später ging ich wieder auf den Serienzustand zurück, zumal die Haltbarkeit des Alurades nicht überzeugen konnte. Rechtes Bild: So sah es nach 14tkm aus.





Das Ganze ergab eine um 10 % längere Gesamtübersetzung, sowohl beim Anfahren als auch auf der Autobahn bei 120 -140 km/h angenehm zu fahren. Die Höchstgeschwindigkeit kam jetzt im Fünften.



Das hier war ein Versuch mit dem Enuma-Schraubschloss, die Anschaffung von Nietwerkzeug zu umgehen. Dabei wird das Aussenglied mit mitgelieferten Muttern auf die Bolzen gepresst und die Bolzen an einer Sollbruchstelle abgebrochen. Hat aber nichts getaugt, weil im Ritzelgehäuse nicht genug Platz für die überstehenden Bolzenreste ist. Die haben den Gehäusedeckel angefräst.



Mit dem Rothewald-Werkzeug von Louis habe ich dann das mit der DID-50VX-Kette mitgelieferte Nietschloss eingebaut. Meine Befürchtung, das sei schwierig, erwies sich als unbegründet.

Die nächste für mich als ehemaligen Kardanfahrer völlig unbekannte Hürde war das Kettendurchhang-Einstellen und Hinterrad-Ausrichten. Beim Kettendurchhang traute ich keinem guten Rat und probierte selber aus, wo der kritische Punkt liegt. Beide Federbeine abmontiert und die Schwinge auf maximale Längen-Position gebracht, alle drei Achsen in einer Linie, in der Stellung die Kette stramm eingestellt. Mit der Schwinge zurück in Normalposition ergab die Messung einen Durchhang von zwei Zentimetern. Aha, also ist unter zweieinhalb Zentimetern das Getriebelager in Gefahr und drei Zentimeter ein guter Wert.



Dann das Hinterrad-Ausrichten. Zunächst ging ich davon aus, dass die Markierungen auf der Schwinge ausreichend genau sind. Ist aber nicht so, stellte sich heraus. Seltsames Verhalten in Kurven ließ einen Verdacht aufkommen, der mir von einem Hinterherfahrer bestätigt wurde. Das Hinterrad lief neben der Spur. Satte drei Zentimeter ergab das Nachprüfen mit entlang gelegten Aluschienen. Die Methode war mir aber zu umständlich. Es war Zeit für eine weitere Anschaffung.



Mit dem Kettenlaser war der Vorgang dann kein Problem mehr. Das Nachprüfen mit den Aluschienen zeigte keinen messbaren Spur-Versatz. So ein Ding kann ich jedem selbstschraubenden Kettenkradfahrer nur wärmstens empfehlen.
Nun war zwei Jahre Ruhe an der Stelle und der Kettensatz hielt 24000 km unter teils schwierigen Bedingungen. Rücksicht auf´s Wetter kann ich mir einfach nicht angewöhnen. Und wer hält schon gerne bei Regen an, um am Hinterrad niederzuknien - ich nicht, jedenfalls nicht oft genug. Bei solchen Gelegenheiten war die Fettbeschichtung öfter mal sauber weggespült. Andererseits, bei großer Hitze und hoher Geschwindigkeit flog das Fett gerne in der Gegend herum.



Das versuchte ich mit PDL, dem Trockenschmierstoff zu verhindern, was auch gelang. Nur die Umstellung war etwas arbeitsintensiv. Der ganze Beddel musste vorher gereinigt werden. Hat sich aber gelohnt, fand ich. Das PDL bildete eine durchgehende graue Schicht, die nur selten ergänzt werden musste. Ob und wie das Zeug die Dichtringe geschmiert hat, weiß ich nicht. Es hat einfach gut und lange funktioniert.

Als nächsten Satz danach nahm ich eine YBN-Kette, ein ESJOT-Ritzel und ein PBR-Kettenblatt. Die Teile waren etwas billiger als der erste Satz, die Haltbarkeit schien aber auch weniger gut zu sein. Genau werden wir das nie erfahren, denn schon nach wenigen tausend Kilometern fuhr ich die Teile in einer einzigen durchregneten Nacht zuschanden. Das passierte, weil mir in der Dunkelheit nicht aufgefallen war, dass aus der Sprühdose bei mehreren Schmier-Halten unterwegs kein Stoff mehr gekommen war, nur noch Trägerflüssigkeit.



Am nächsten Tag böses Erwachen, die Teile waren Schrott. Aber sowas von.



Dann kam die Geschichte mit Carbon-For-Bikes. In einem Anfall von Experimentierfreude bastelte ich mir so einen Graphitklotz ans Bike, ungeachtet aller Warnungen. Dass der Test bei mir negativ ausfiel, lag wohl nicht nur am Prinzip, sondern auch an den harten äußeren Bedingungen mit hohem Wasseranteil. Nach ein paar tausend Kilometern war der Verstellbereich der Kettenspanner am Ende, die Kettenrollen blau angelaufen und höchste Zeit für ein anderes Schmiersystem.



Immerhin brachte mir der "Fall Carbon" und seine Untersuchung tiefe Einblicke in die Technik einer O-Ring-Kette.



Im Moment ist jetzt seit 7tkm eine Öl-Schmierung und ein Spritzschutz dran am Mopped, sowie ein Satz aus DID-50ZVM-Kette mit JT-Rädern drauf, wieder in Serienübersetzung 16/45. Ich erwarte, dass die ewig halten. Mindestens. Wenn nicht länger.
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Gruß von Eddie.
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In der Ruhe liegt keine Kraft.
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Gerhard aus HH
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 17, 2014 8:27 am    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:
Vorne ist ein 100/90-19 58H TL, hinten ein 120/80-18 62T TT drauf. Dazu brauchte ich beim TÜV die Bescheinigung von Heidenau, dass die auf die jeweiligen Felgengrößen dürfen. Der Tüffer hat geschaut, ob ringsrum genug Platz ist, und so stehen sie jetzt im Papier, mit dem Zusatz "nur Heidenau K60 M+S"

Ich weiß nicht, ob man das nun Freigabe nennt. Den Begriff Freigabe habe ich nie ganz verstanden. Da müsste ja der Mopedhersteller oder der Reifenhersteller schreiben, okay, du darfst die Schluffen (Typ, Größe) genau auf dem Moped (Typ, Baujahr) fahren, wir hams getestet. Sowas hab ich nie gesehen, aber auch noch nie gebraucht. Vielleicht erklärt´s mal einer, der es weiß. Wäre schön.


genauso issas, Eddi.
um für neue Reifen eine Freigabe zu erstellen müssen die Reifenhersteller eine Zertifizierung haben. Die suchen sich Fahrzeuge im Orgzustand, auch das wird geprüft, und testen die Reifen dann auf diesem Fahrzeug.
Conti macht es so.
Wie andere Gummihersteller das machen, keine Ahnung.
Schwierig ist es, ein Fahrzeug im Originalzustand zu finden.
Es gibt kaum welche.
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