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Otto - die Geschichte.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 19, 2017 10:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Give hat Folgendes geschrieben:
...schade, dass Otto nu bald fertig ist...
Keine Sorge, ich habe noch viel Erzählstoff aus nen letzten Wochen.
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Gruß. XJ-Eddie.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 19, 2017 6:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Gasfabrik, zum zweiten. Der Schwimmer und sein Ventil.

Es geht immer noch um die Vergaserversion in den Diven bis ´95. Nicht verwechseln. Danach die sehen ganz anders aus. So ein Teil hab ich auch irgendwo rumliegen. Vielleicht schreib ich darüber auch mal was.

Eigentlich hätte das, was jetzt kommt, nur die Behandlung eines überlaufenden Vergasers sein müssen. Die hätte ich auch im eingebauten Zustand machen können. Aber ich habe mir den Spaß genehmigt, meine Neugier zu befriedigen und muss sagen, es hat sich gelohnt. Es war die paar zusätzlichen Dichtungen wert. Als ich beim öffnen das Plastikzeug sah, dachte ich zuerst, ach du Schreck, was ein Billigkram. Aber das ist nicht so. Inzwischen sehe ich darin einige Vorteile.



Die Schläuche der Ölheizung abmontiert, Schwimmerkammerdeckel aufgeschraubt, und dann...



… Überraschung, auf der Rückseite ist ein Röhrchen, was ich noch nicht kannte. Es hielt sich verzweifelt am Schwimmer fest, musste erst überlistet werden um nichts zu zerstören.



Das Röhrchen ist ein Überlauf, der einige Millimeter über das Benzin-Niveau reicht und, falls das Schwimmerventil versagt, Überschüssiges ableitet. Bei den Vergasern 3 und 4 gibt es dazu unten separate Schlauchstutzen, bei 1 und 2 werden die der Ablaufschrauben mitbenutzt. Im Einbauzustand sollten Schläuche angesteckt sein, die auf die Straße leiten, was da kommt. Ein anderer Vergaser gleichen Typs, der bei mir rumliegt, hat diese Röhrchen nicht, da braucht man nicht so aufpassen.

Hier ein Bild von ihm, um zu zeigen, wo kommt der Sprit her?



Von der Benzinpumpe geht’s durch den braunen Schlauchstutzen in der Mitte in den Kanal nach links und rechts. Der Pumpendruck steht an den geschlossenen Schwimmerventilen an, sofern das eingestellte Niveau in den Kammern erreicht ist. Bis etwas verbraucht wird, das Niveau sinkt, der Schwimmer sein Ventil öffnet und was nachfliesst.



Das ganze Schwimmer-mit-Ventil-Plastikteil ist nur gesteckt und kann mit zwei kleinen Schraubendrehern aus seinem Sitz gehebelt werden. Bei geschlossenem Deckel wird das von zwei Zapfen an seinem Platz gehalten.



Das Sieb ist ziemlich grobmaschig und war entsprechend ziemlich sauber. Bei Bedarf kann man´s abmachen, ist geclipst, und in Waschbenzin reinigen.



Die Schwimmerachse heraus gezogen, und wir sind endlich bei dem Hauptverdächtigen angekommen. Schwimmerventilnadeln sind traditionell allergisch gegen Schmutzpartikel und eingetrockneten Sprit, schließen dann nicht mehr dicht. Gut bei diesem Vergasertyp ist, die Nadel ist leicht auszuwechseln ohne die Vergaser auszubauen. Gut ist auch, dass der Ventilsitz abgerundet ist. Der Vorteil gegenüber den metallenen ist, dadurch verschleisst der Gummikegel nicht so schnell. Schlecht ist, wenn das Niveau korrigiert werden muss, bricht die Zunge (das metallene mit den zwei Punkten am Schwimmer) leicht vom Schwimmer ab. Gut wiederum, dass sie sich leicht wieder ankleben lässt. Der O-Ring ist ein 7 x 1,75 und es kam ein neuer an alle Ventile. Das ist eine weitere Stelle, die unerlaubt Benzin durchlassen kann, wenn nicht alles sauber und in Ordnung ist. Alte O-Ringe würde ich an der Stelle nie lassen, egal wie gut sie noch aussehen.

Die Schwimmerachse war am Dreier durch einen Draht ersetzt. Haarsträubend. Das muss ganz leichgängig sein. Ich habe eine Originale vom Zweitvergaser genommen. Wenn mal keine da ist, nehme ich DIN 7 Zylinderstifte 2,5 x 28. Die haben zwar keinen Kopf, werden aber vom geschlossenen Schwimmerkammerdeckel gehalten.



Generell sind Schwimmernadeln Verschleissteile. Normale Lebensdauer ist bei Dauerbetrieb ohne Winterpause nach meiner Erfahrung 30tkm. Danach kann man sich nicht hundertpro drauf verlassen. Die kleine Einkerbung am Gummikegel kann schon für eine Fehlfunktion reichen. In natura ist das Teil 10 mm lang, das heißt der Schaden ist so klein, ohne Lupe kaum zu entdecken. Dieses Modell hat einen gefederten Stift, wo die Zunge drauf drückt. Neuteile tauche ich in Benzin und drücke mehrmals, damit das Ding auch garantiert tut, was es soll. Hab auch schon erlebt, dass es schwergängig war am Anfang. Mit neuen Nadeln muss der Benzinpegel geprüft werden. Kraftstoffstand heißt der korrekt, steht im Wartungsbuch, und dazu kommen wir am Schluss.

Bis hier hin ist das die Arbeit, die üblicherweise anfällt, wenn am Überlauf Benzin austritt. Das Sieb, die Schwimmernadel und ihren Sitz sauber machen, neuen O-Ring dran, eventuell neue Nadel, zusammenbauen, durchstarten. Alles bei eingebautem Gaser.

Nächstes mal ist der Düsenblock dran, der ist erst interessant...
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Gruß. XJ-Eddie.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 21, 2017 6:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Gasfabrik, die Dritte. Der Düsenblock und sein Inhalt.

Tja, da müsst ihr jetzt durch. Ellenlange Erzählungen über Vergaserteile, selbst über Bereiche, die nur Bekloppte in Not aufmachen. Habt´s ja nicht anders haben wollen. Zum bremsen ist jetzt zu spät.

Nun, man kann es sich auch ganz einfach machen. Einfach vier Vergaser-Reparatursätze kaufen, für 44,90 das Stück, einbauen und alles alte wegwerfen. Was ich jedem empfehle, der schnell fertig sein will. Ich habe aber die für Lieferanten unangenehme Gewohnheit, vor einer solchen Investition wissen zu wollen, was genau dabei ist und was nicht. Außerdem, ob die alten Teile nach meiner Behandlung nicht doch noch zu was taugen. In dem Punkt wurde ich nicht enttäuscht, die Katastrophe blieb aus. Nur Dichtungen zu beschaffen war hier unumgänglich. 4 x Schwimmerkammer und 4 x Düsenblock neu für gute 50 Euro, kamen zu mir von motorradbay.de. Sparmöglichkeiten bei den O-Ringen stehen hier:
http://www.xj-forum.de/bb/viewtopic.php?p=357747#357747

Die O-Ringe, die dringend neu sollten/müssen:
O-Ring/Schwimmernadelventil Ø 7 x 1,75 oder 8 x 1,5 NBR
O-Ring/Membrandeckel (Gasschieberdeckel) Ø 3 x 1,75 oder 3 x 2,0 NBR
O-Ring/LL-Gemischschraube (CO-Schraube) Ø 3 x 1,0 NBR

Die man außer denen brauchen kann, aber nicht muss:
O-Ring/Schieberführung oben Ø 35 x 1,5 NBR
O-Ring/Schieberführung unten Ø 10 x 1,0 oder 10 x 1,25 NBR
O-Ring/Stopfen-Übergangsbohrungen Ø 7 x 1,5 NBR

Was mich als nächstes brennend interessierte, war, wie sieht´s im tiefsten Inneren aus und wie funktioniert das.



Die Düsen schraubt man besser bei noch festem Düsenblock heraus. Rechts die 47,5er Starterdüse (choke) und in der Tiefe die 15er Leerlaufdüse. Links die Hauptdüse, von denen im Einser und Vierer Gaser 105er steckten, in den beiden mittleren die Größe 102,5. Hier hatte einer nach dem Haynes-Buch bedüst und das steht auch so im Yamaha´schen Service Manual. Es erscheint mir aber unlogisch, dass gerade die schlechter gekühlten Zylinder magerer bedüst sind. Da frage ich doch besser mal meinen alten Freund bei Yamaha, was er dazu weiß. Er sagt: “Da sind wir damals schon drüber gestolpert und haben im Werk nachgefragt. Die Auskunft lautete, ist korrekt so.“ Na gut. Ich kenne das, habe selber oft solche Auskünfte bekommen. Für mich hört sich das so an wie, „Was fällt dir kleinem Licht überhaupt ein, unsere Vorgaben in Frage zu stellen. Wohl größenwahnsinnig geworden, was.“ Jetzt dürft ihr raten, wie ich meine Düsen einbauen werde.

Zustand aller Düsen: Normal. Gewinde gut, Bohrungen mit Lupe betrachtet ohne Verschleiss, Schlitze wie immer von unpassenden Schraubendrehern etwas lädiert. Wieso eigentlich immer? Wer da dran geht, sollte doch einigermaßen neuwertige Schraubendreher mit 4er und 6er Flachklinge auftreiben können.



Jetzt ist alles raus, und doch steckt da noch was drin. Rechts ist es das Mischrohr vom Starter (Choke), fest eingepresst und wegen seiner winzigen Bohrungen besonders schmutzempfindlich. Ein Fall für Ultraschall. Links steckt eine Dichtung und darunter noch ein Mischrohr. Die müssten aber raus zu kriegen sein.



Irgendwie frustrierend, dass das nie ohne Zerstörung gehen soll. Die Dichtung gibt es nach Auskunft von Topham nicht in der Liste der Diversion, und bei Keyster gibt es sie nur im Satz, nicht einzeln. Um woanders danach suchen zu können, wollte ich jetzt eine Ganze da raus haben.



Wenigstens eine der Dichtungen heil zu erwischen, gelang mit dem Eigenbau-Haken. Nein, nicht links, das ist der Griff. Rechts ist das Werkzeug. Jetzt hatte ich die Dichtungsinfos und konnte Material beschaffen. Wer die alte Dichtung unbedingt sehen möchte, bitte:
http://www.xj-forum.de/bb/viewtopic.php?p=357901#357901



Polyamidschlauch für sechs Euro, innen 2 außen 4 mm. Die Scheibendicke von 1,5 mm beim zuschneiden zu treffen war nur etwas..., na ja, im Durchschnitt jede zweite war gut. Nachdem das erledigt war, habe ich das Originalteil zufällig bei der FZR 1000 in der Liste gefunden. Es hat die Nummer 1AE1422700 und kostet bei Yamaha vier Euro nochwas und bei Topham einssechzig. Pro Stück!



Nachdem die Beschaffungsprobleme überwunden schienen, endlich wieder was bekanntes. Schrauben raus, Nadelventil raus, alte Dichtungen weg und das ganze kleine Gemüse ins Ultraschallbad, die Gemischschrauben und Ablaufschrauben auch mit rein. Pause. Kippe & Kaffee.

Wer so ein kleines billiges Ultraschallgerät zur Verfügung hat, tut gut daran, es für die Düsenblöcke zu nutzen. Anders ist den möglicherweise verstopften Wegen im Inneren nur schwer beizukommen. Während das Bad arbeitet, muss man die Teile wenden, damit die Luft raus und Flüssigkeit überall hin kommt. Natürlich auch hinterher wieder raus, was heißt, ohne Druckluft wird das nichts.

Nächste Woche schreib ich über´s Zusammenbauen, wenn ich dazu komme.
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freeyourminds
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 21, 2017 10:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Schön geschrieben. Das Problem mit den verjüngten Düsen kenne ich. Bei meiner Diva waren die so fest oxidiert und abgenutzt. Da war nix mehr mit raus schrauben. Zum Glück hab ich auch einen Ultraschallreiniger, auch nur einen kleinen von Feinkost Albrecht aber für den Düsenstock reicht der.

Ich hatte mich auch gewundert wegen den unterschiedlichen Düsen und von irgendwem die Antwort erhalten, dass nicht die Inneren Zylinder magerer laufen sondern die Äußeren fetter als die Inneren weil sie einfach kälter sind und so mehr Benzin benötigen.

Ein Tip für alle die sich die gleich Arbeit vornehmen und das hier als Anleitung nehmen: es gibt von tourmax ein Reparatursatz da sind die Dichtungen für die Schwimmerkammer, den Düsenstock und die Schwimmernadel mit O-Ring drin.
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McFadden
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 6:20 am    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:
...Polyamidschlauch für sechs Euro, innen 2 außen 4 mm. Die Scheibendicke von 1,5 mm beim zuschneiden zu treffen war nur etwas..., na ja, im Durchschnitt jede zweite war gut. Nachdem das erledigt war, habe ich das Originalteil zufällig bei der FZR 1000 in der Liste gefunden. Es hat die Nummer 1AE1422700 und kostet bei Yamaha vier Euro nochwas und bei Topham einssechzig. Pro Stück!...

Dazu eine Frage:
Ich gehe davon aus, dass die Dichtung mit Benzin in Kontakt kommt.
Vertraust du dem Polyamidschlauch wirklich so sehr, dass du ihn da einbauen willst?
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Gruß

Chris

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netter Mann
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 8:21 am    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Eddie,
vielen Dank für Deine kleine Vergaserkunde!
Macht fast Bock, die eigene Bank mal aufzumachen... Wink
(Neenee, ich werd` mich hüten... solange sie läuft!)


freeyourminds hat Folgendes geschrieben:
es gibt von tourmax ein Reparatursatz da sind die Dichtungen für die Schwimmerkammer, den Düsenstock und die Schwimmernadel mit O-Ring drin.
bis `95 und/oder ab `96? Bitte verlink den doch mal hierher, danke.


Chris` Frage nach denr Benzinbeständigkeit interessiert mich ebenfalls.
Durch den ganzen Plastekram steig ich schon lange nicht mehr durch. Wirklich spritfest scheint doch aber nur "NBR" zu sein. Rolling Eyes Dachte ich jedenfalls bisher.
http://www.sd-dresden.de/files/images/SDDresden/Beratung/Gummi_Materialeigenschaften_140614.pdf

Ist Polyamid gleich NBR? Wenn ich das hier richtig lese, dann nicht: http://www.wemake.com/cgi-bin/namen.pl
Trotzdem hat (auch) Polyamid PA "gute Resistenzen gegen Benzin": http://www.3d-plastic.eu/shop_3d-plastic/images/PA_standard.pdf
Aha, geht also wohl auch mit Deinem roten Schläuchlein. Very Happy


Freu mich schon auf die Fortsetzung! Very Happy
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 9:13 am    Titel: Antworten mit Zitat

Moin.
Die Vergasersätze von Keyster kenne ich und habe ich schon mehrmals verarbeitet. Gute Qualität ohne Probleme. Dieser hier ist für die alte Divi:

http://www.motorradbay.de/xj600s_diversion__br__bj___92-94-ky-0628nr_3-keyster_vergaser_saetze-yamaha-p-5884-3.html
Da ist nur kein Mischrohr-Hauptdüse enthalten. Das musste halt selber flott machen. Die bewusste Dichtscheibe ist dabei.

Dieser ist für die neuere Divi:

http://www.motorradbay.de/xj600_s_n_diversion_br_bj_96-02-k-1010yk_4-keyster_vergaser_saetze-yamaha-p-5847-3.html

Der hat wesentlich weniger Teile. Aber wer darüber hinaus was braucht, kann Gereon anrufen, der hilft. Auch Topham ist ein guter Lieferant und hilft auch bei Fragen.

Das mit dem Polyamid war eine Auskunft einer Chemielaborantin. Die nehmen das für Testaufbauten mit Kohlenwasserstoffen und anderem organischen Chemiezeugs. Als unheilbarer Kontrollfreak hatte ich das trotzdem in ein paar Beständigkeitslisten abgesichert. Hinterher erfuhr ich, dass Benzinleitungen aus PA in vielen Autos stecken. Und wenn wir nicht der Autoindustrie vertrauen können, wem dann.
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netter Mann
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 10:11 am    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:
Und wenn wir nicht der Autoindustrie vertrauen können, wem dann.
Laughing Laughing Laughing
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 10:38 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hier lohnt sich auch, mal zu stöbern: http://www.xmas1.at/
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McFadden
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 2:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

XJ-Eddie hat Folgendes geschrieben:
Das mit dem Polyamid war eine Auskunft einer Chemielaborantin. Die nehmen das für Testaufbauten mit Kohlenwasserstoffen und anderem organischen Chemiezeugs. Als unheilbarer Kontrollfreak hatte ich das trotzdem in ein paar Beständigkeitslisten abgesichert. Hinterher erfuhr ich, dass Benzinleitungen aus PA in vielen Autos stecken. Und wenn wir nicht der Autoindustrie vertrauen können, wem dann.


Danke!

Ich sehe, lerne und staune Exclamation Very Happy
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freeyourminds
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 6:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Der Satz von Tourmax beinhaltet nur die Dichtungen und die Schwimmernadel, für mich war er die richtige Lösung da die Düsen fest sitzen aber frei sind.

Den gibt es nur für die 4br und da wiederum zwei Sätze einmal den CAB-Y55 (der ist ohne den Dichtring zwischen Schwimmer und Vergaser) und den CAB-Y54 beiden hab ich schon bei eBay und amazon gesehen.
Oder hier z.B https://geiwiz.de/product_info.php?cPath=1004&products_id=14879059

Ich hab meinen beim Großhändler gekauft für 9,25 pro Vergaser als ich alles für die Gabel bestellt habe um Versandkosten zu sparen.
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mike p
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BeitragVerfasst am: Do Jun 22, 2017 9:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

WOW was für ein Beitrag über den "Gaser" , bin echt beeindruckt !!
Kann mich da nur anschließen, macht lust daraf das Ding ( natürlich in den Wintermonaten) auch mal zu zerlegen...
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 23, 2017 9:02 am    Titel: Antworten mit Zitat

Gasfabrik, die Vierte. Und noch ein paar Teile.

Der Vollständigkeit halber hier noch der Rest der Teilebesprechung. Jetzt wird’s aber so langsam langweilig. Höchste Zeit zum zusammenbauen.



Kammerseitig sind die Übergangsbohrungen mit einem Stopfen verschlossen, den man zum reinigen abziehen kann. Der Kanal, der dort hin führt, kommt vom Leerlaufdüsensystem und geht weiter zur Leerlaufgemischschraube (CO-Schraube), deren Behausung links darunter zu sehen ist.



Die CO-Schraube selbst, mit Feder, Scheibe und O-Ring. Die kleinen Teile brauchen immer eine extra Einladung mit einem Drahthaken, um heraus zu kommen.



Saugrohrseitig sieht das dann so aus bei geöffneter Drosselklappe. Aus dem winzigen Löchlein links kommt das raus, was an der CO-Schraube eingestellt ist. Im Standlauf gibt die einen Hauch geöffnete Drosselklappe meist auch die erste Übergangsbohrung frei, wie hier an der Färbung gut zu sehen ist.

Dann hatte ich da noch die Schieberführung nur aus Neugier mal heraus gezogen.



Sofern der Gasschieber sich darin gut bewegt, gibt´s an dem Plastikteil nichts interessantes. Es kann auch normalerweise an seinem Platz bleiben, außer bei einer Generalüberholung, wenn das Gehäuse in den Ultraschall-Kochtopf soll. An den unteren Stutzen gehört ein 10 x 1,5er O-Ring.
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 26, 2017 10:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ja und die Luft? Gasfabrik, die Fünfte.

Ach richtig, wir hatten ja noch gar nicht über die Luft geredet. Dabei ist die so wichtig.



Nr.1 ist die Be- und Entlüftung des Raumes unter der Membrane, sonst würde es der Steuerdruck über der Membrane nicht schaffen, sie zu bewegen. Das dicke Ende ist ein Filter.
Nr.2 ist die Be- und Entlüftung der Schwimmerkammer, so dass das Benzin-Niveau darin sich bewegen kann. Bei extremer Überfüllung dient das auch als Ablauf. Deshalb war ich gar nicht froh darüber, dass meine nach oben zeigten, hab sie nach unten gedreht und mit Schläuchen ganz nach unten verlängert.
Eins und Zwei sind als T-Stücke ausgebildet, stecken mit O-Ringen in den Gehäusen und sind bei deren Trennung entnehmbar. Zu empfehlen nur bei heftig verdreckten Gasern.
An Punkt 3 ist die Leerlaufluftdüse Größe 145 eingeschraubt. Sie liefert die Dosierluft für die Benzinmenge bei Standgas und Übergang.
Nr. 4 tut das gleiche für das, was durch die Hauptdüse strömt. Es ist die Hauptluftdüse, Größe 70, jedoch eingepresst und nicht auswechselbar.
Außerdem gibt es noch die Chokeluft oder Starterluft, die für das Startgemisch zuständig ist und im Luftraum der Schwimmerkammer angesaugt wird. Dazu hat der Düsenblock den winzigen Stutzen links oben.
In einigen älteren Publikationen wird die Dosierluft auch Bremsluft genannt. Sie dient ja auch dazu, den Benzinstrom zu bremsen. Ohne sie käme zu viel. Beim Abstimmen verursacht eine größere Luftdüse weniger Sprit durch die Benzindüse, und umgekehrt.
Ich glaube jetzt haben wir alle Lüfte durch. Die 145er Düse flog mit dem Kleinkram in den Ultraschall, den Rest habe ich mit Druckluft durchgeblasen, nur um sicher zu sein.



Erwähnenswert noch, den Filter kann man nicht öffnen, aber nach oben drehen und von hinten mit Druckluft durchblasen. Es waren einige Insektenleichen darin.



Beim Einbau habe ich darauf geachtet, dass da auch freies Atmen möglich ist. Vielleicht unwichtig, aber sicher nicht falsch.

Außerdem gibt es bekanntlich noch die gesunde Landluft, die Otto bislang genießen durfte. Ob er jetzt auch meine Stadtluft genießbar findet, wird die Zukunft weisen.
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 26, 2017 3:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mannemer Innenstadtluft ist was für die ganz Harten.
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 26, 2017 4:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber XJ Eddy

Ehrfurcht und Dank wem Ehrfurcht und Dank gebührt.
So eine Abhandlung gibt es nicht alle Tage.
Ich nehme es gerne als Standardwerk um zu Lernen und zu Staunen.
Vielen Dank und weiter so.
Grüße aus dem sonnigsten Süden
Thomas
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XJ-Eddie
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BeitragVerfasst am: Di Jun 27, 2017 12:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Thomas, komm wieder hoch von den Knien, deswegen mach ich das nicht.
Dieses Konglomerat aus Eigenem und dutzenden Quellen soll nicht nutzlos bei mir herum liegen. Deshalb werdet ihr hier im Forum zwangsberieselt mit dem Stoff. Otto ist nur der Anlass, das Anschauungsobjekt. Wenn es einem weiter hilft, bin ich natürlich auch froh.
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Gruß. XJ-Eddie.
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BeitragVerfasst am: Di Jun 27, 2017 5:51 am    Titel: Antworten mit Zitat

Eddie, ganz große Klasse.
Danke! Very Happy
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Gruß, Jens Helge
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 28, 2017 9:18 am    Titel: Antworten mit Zitat

Otto, die S-Klasse.



Für meinen werktäglichen IPNV (individuellen Personennahverkehr) hat diese XJ 600 S ihren Dienst begonnen. Werktags wird S-Klasse gefahren, am Wochenende wird Otto, die Ratte, geschont, da kommen die Renommierobjekte zum Einsatz. Eigentlich wollte ich schon immer einen rostigen Rolls Royce im Alltag fahren, aber so ist das praktischer, und exclusiv sowieso. Nicht viele fahren jeden Tag 600 S.
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 28, 2017 8:45 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Snob!
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